Pers”nliches

Hallo, ich heiáe Gisela Mutschler und bin mitverantwortlich, daá Sie/Ihr/Du nun ber mich einiges Pers”nliches erfahrt. Von Beruf bin ich Apothekerin und weil ich an meinem Arbeitsplatz oftmals direkt menschliche Schicksale miterlebe, versuche ich, mich in meiner Freizeit mit so viel Sch”nem zu umgeben, wie eben m”glich ist. Viel zu kurz kommt dabei im Augenblick noch die klassische Musik, bei der ich auftanken kann.

Aber so lange ich denken kann, war es ein Traum von mir, einmal zur Carnevalszeit in Venedig zu sein. Ganz schlimm wurde es, als ich auch von Donna Leon und ihrem Commissario Brunetti las. Gemein fand ich es allerdings, als ich vor Jahren meinem Lebensgef„hrten Hans von meinem Traum erz„hlte und er mir fast so nebenbei mitteilte, daá er schon einmal beim Carnevale di Venezia war. Ich war richtig eiferschtig auf ihn. Er meinte allerdings, daá dieser damalige Trip nach Venedig eh nur aus ein paar Stunden Aufenthalt bestand. Seitdem tr„ume auch er davon, einmal l„nger in Venedig w„hrend der Carnevalszeit zu verweilen. Drum, wenn ich Lust h„tte den Carneval einmal richtig erleben zu wollen, wrde ein Hotelzimmer auf der Insel gebucht werden.
Gesagt, aber noch lange nicht getan, denn wir planten  gemeinsam einige Jahre unseren Traumurlaub, der immer und immer wieder aus den verschiedensten Grnden verschoben werden muáte.

Hallo, ich heiáe Hans-Gnther Winkler, von Beruf bin ich Brokaufmann. Ich bin derjenige, der diese Website erstellt hat, also wenn es irgend welche Reklamationen gibt, dann richte man diese, bitte, an mich. Wenn es Lob gibt, gebhrt es Gisela und mir gemeinsam, okay!!!!!!!!

Seit ich vor etwa 25 Jahren meine erste Kamera, eine "Ritsch ratsch klick" in H„nden hielt, hat mich dieses Medium nicht mehr losgelassen. Als n„chstes folgte die Kamera, mit der bereits unser Vater uns Kinder fotografiert hatte, bei der man noch vieles von Hand einstellen muáte. Danach folgten verschiedene Kamerasysteme, bis ich bei meinen heutigen Spiegelreflexkameras, einer Nikon F90x und zwei F70 mit den entsprechenden Objektiven und Blitzger„ten landete. Aber erst in den letzten Jahren wurde mehr aus dem Fotografieren, als nur das Belichten von Filmmaterial.

Venedig - Der Carneval und seine Folgen

Wie oft hatten Gisela und ich uns darber unterhalten, wann wir beide endlich zum Carneval nach Venedig reisen wrden. Dann 2000 war es endlich soweit. Wir bestiegen den Zug Richtung Venedig. Unser Quartier sollte ein Hotel in unmittelbarer N„he des Bahnhofs sein, um uns einen langen Fuámarsch mit unseren schweren Koffern und Rucks„cken zu ersparen. Die Zugfahrt wollte und wollte nicht enden und wir waren doch schon sooooooo sehr gespannt auf die kommenden Tage in Venedig. Endlich, wir sahen aus unserem Abteilfenster die Landverbindung von Mestre nach Venedig, der Zug rollte auf die Insel, wir waren da.

Bevor ich hier jetzt aber einen Roman verfasse, was wir alles unternommen haben, bis wir endlich die ersten "richtigen" Maskentr„ger sehen konnten, breche ich den Teil unserer/meiner Memoiren ab. Fakt ist ja schlieálich, daá wir nach Venedig gekommen waren, um hier den Carnevale mit allem "Drum" und "Dran" zu erleben. Darum auch ein Hotelzimmer auf der Insel. Denn es entgeht einem so viel, wenn sich die Unterkunft nicht auf der Insel befindet.

Und dann standen wir pl”tzlich auf dem Markusplatz, mitten im Geschehen. Es erschien uns wie ein Traum, doch die Realit„t bertraf alles. Was fr Knstler mssen das gewesen sein, die diese prachtvolle Stadt auf Stelzen errichtet haben? Und jetzt ist sie die Kulisse fr das seit 1979 allj„hrlich wiederkehrende Spektakel des Carnevale.

Gisela und die šberraschung auf dem Markusplatz

Doch dann kam etwas, womit Gisela nicht gerechnet hatte. Ich packte meinen Rucksack mit den Fotoapparaten aus. Gisela griff nach dem Rucksack, um, wie sie sagte, mir Bewegungsfreiheit zu verschaffen. "Moment mal, Du bist hier kein "Koffertr„ger", sagte ich und drckte ihr eine Kamera in die Hand. "Was soll ich damit" meinte sie. "Fotografieren, was sonst", lautete meine Antwort. Denn Gisela besitzt auch eine Kamerausrstung. Und sie fotografiert sehr gut, wie ich von Fotografien von ihr wuáte, doch ihre eigene Ausrstung lag zuhause. 

Ja, so begann unser Aufenthalt in Venedig.

Geben und Nehmen - ein ungeschriebenes Gesetz

Einen ganz wichtigen Punkt m”chte ich hier noch anbringen. Ein ganz lieber Fotograf, namens Reinhard Koch, gab uns beim ersten Zusammentreffen in Venedig einen ganz wichtigen Tipp. "Wenn ihr einen anderen Carnevale erleben wollt, dann fragt die Maskentr„ger nach Visitenkarten, beziehungsweise laát euch die Adresse geben". "Warum, wozu", fragten wir. "Dies ist ein ungeschriebenes Gesetz zwischen Maskentr„gern und Fotografen: ein Geben und Nehmen. Wenn ihr den einzelnen Maskentr„gern einige eurer Fotos kostenlos zuschickt, werdet ihr erleben, wovon ich spreche", meinte Reinhard Koch. Und er sollte Recht behalten, wie in vielen anderen Dingen auch.

Doch so einfach war das nicht mit dem Fragen. Wer steckt hinter der Maske, welche Sprache spricht er/sie, die wir nicht k”nnen? Manches Mal reichte aber einfach die Zeichensprache aus. Und es gab sogar Momente, wo wir von Maskentr„gern berrascht wurden, wenn sie uns ihre Visitenkarte zusteckten. Was waren das fr erhebende Momente, wenn wir in den "Kreis" dieser Personen treten durften. Stolz waren wir, unheimlich stolz (und sind es heute noch). Waren wir doch "no-names" unter den Fotografen. Aber vielleicht lag es daran, daá wir uns oftmals sehr viel Zeit nahmen, um die Fotos so machen zu k”nnen, wie wir sie haben wollten. Wir lieáen anderen den Vortritt, warteten, ...... Oder wenn Tante Erna, Onkel Fritz mit auf's Foto wollten und es keine Chance gab, die Maskentr„ger komplett zu fotografieren - dann wurden "nur" Teile des Kostms fotografiert.

Andererseits hatte aber auch unsere Geduld mal ein Ende. Wir machten unserem Žrger lautstark Platz, daá Frechheit doch immer siegen sollte. Wo wir warteten, stellten sich andere Fotografen pl”tzlich vor uns oder dr„ngten uns zur Seite, oder hielten sich fr die absoluten Starfotografen - mit Deckel auf dem Objektiv..... "Wir no-names wrden ja schlieálich von den Ideen der Top-Fotografen partizipieren", wenn wir uns darber beschwerten, daá sie, nachdem sie ihre Fotos gemacht hatten, den anderen ins Bild liefen.

Maskentr„ger/innen sind AUCH Menschen

Aber wir entdeckten auch sehr schnell, daá sehr viele Maskentr„ger durchaus unterscheiden, welche Personen nur knipsen und welche sich Zeit nehmen, um andere Fotos zu machen und solche, zu denen wir uns z„hlen, fr die die Person hinter dem Kostm und der Maske wichtig ist.

Ehre wem Ehre gebhrt - Die Maskentr„ger/innen

Wir fotografierten und fotografieren nicht einfach, sondern fragten und fragen auch mal, ob wir "Sie" berhaupt fotografieren drfen. Und wenn wir dann weitergehen, gehen wir nicht wie die berhmte Sau vom Trog, sondern sagen Tschá, Ciao, .... oder winken kurz zum Abschied und bedanken uns fr die Gunst, sie fotografiert haben zu drfen. Und wenn uns ein Kostm/Maske besonders gef„llt, zeigen wir das den Maskentr„ger/innen auf verschiedenste Art und Weise - Ehre, wem Ehre gebhrt.

Wieviele Stunden m”gen diese Personen damit verbracht haben diese exclusiven Kostme zu produzieren, um uns nun diese Pracht vorfhren zu k”nnen. Was m”gen die Kostme gekostet haben und damit meinen wir nicht nur geldlich, puuh!

Ein voller Film nach dem anderen fand seinen Weg wieder in die Fototasche, immer in der Hoffnung, gefllt mit gutem Bildmaterial. Daá dies kein Erholungsurlaub war, wurde uns klar, als wir kurz vor der Heimfahrt auch noch gesundheitliche Probleme bekamen. Die Rckfahrt mit dem Zug war alles andere als einfach.

Zuhause angekommen, schworen wir uns, nie mehr Venedig!!!!!

Wie lange dieser Schwur hielt, war sp„testens klar, als wir unsere entwickelten Diafilme in H„nden hielten ..................................

Doch das ist die berhmte Geschichte, die an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit erz„hlt werden kann.